Was ist eine Parodontitis?
Bei einer Parodontitis spricht man von einer Entzündung des Zahnhalteapparates.
Unter dem Begriff Zahnhalteapparat (Parodontium) versteht man die verschiedenen anatomischen Strukturen des Zahnes und seiner Verankerung im Knochen. Diese sind das Zahnfleisch, der Knochen, das Wurzelzement und die Haltefasern.
 
Die Gingivitis
Eine Gingivitis (= Zahnfleischentzündung) erkennt man an einem blutenden, angeschwollenem Zahnfleisch und die dunkelrote Verfärbung der Schleimhaut. Eine Gingivitis entsteht immer durch mangelnde Mundhygiene. Bei einer Gingivitis kann noch gut behandelt werden, ohne dass bleibende Schäden auftreten. Eine Gingivitis geht immer einer Prodontitis voraus.
 
Wie entsteht eine Parodontitis?
Eine Parodontitis ist eine Zahnfleischentzündung, welche durch Giftstoffe von Bakterien, die sich im Zahnbelag befinden, ausgelöst wird. In der Mundhöhle gibt es an die 700 Arten von Bakterien, wovon die meisten harmlos sind. Lediglich nur 5 davon sind sehr gefährlich und es kommt im Verlauf der Erkrankung zur Zerstörung aller Anteile des Zahnhalteapparates. Somit auch zum Rückgang des Zahnfleisches, Lockerung der Zähne und im fortgeschrittenem Stadium zu Zahnverlust. Es gibt zwei verschiedene Verlaufsformen einer Parodontitis. Die häufigere, sehr weit verbreitete chronische Parodontitis. Sie verläuft langsam über mehrere Jahre und wird meist erst im fortschreitendem Alter erkannt, aufgrund des schmerzfreien Verlaufs. Und die aggressive Prodontitis, welche sehr rasch und in bereits sehr jungen Jahren auftritt. Diese kommt weitaus seltener vor. Bei frühzeitiger Erkennung lässt sich eine Prodontitis gut behandeln. Selber ist diese Erkrankung nur schwer zu erkennen. Einige Anzeichen für eine Prodontitis sind Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Änderung der Zahnstellung, länger werdende oder gelockerte Zähne und Zahnfleischrückgang, je nachdem wie weit die Krankheit bisher fortgeschritten ist.
Ohne Beläge können weder eine Gingivitis noch eine Prodontitis entstehen. Wird der weiche und klebrige Belag nicht durch die eigene, gründliche Mundhygiene entfernt, verfestigt er sich und wird zu Zahnstein. Durch Zahnstein kann beispielsweise keine Karies entstehen, jedoch ist die Oberfläche rau und es kann mehr Belag(= Plaque, Biofilm) liegen bleiben, welcher wiederum Bakterien enthält. Zahnstein fördert das Wachstum des Biofilms in Richtung Zahnwurzel. Zwischen Zahn und Wurzel besteht bei jedem Menschen ein kleiner Spalt, die sogenannte Zahnfleischfurche. Diese ist im normalen, gesunden Zustand zwischen 0,5 und 3mm tief. In der Regel liegt hier das Zahnfleisch auch straff am Zahn an, sodass keine Beläge, Bakterien oder Zahnstein hineinrutschen können. Ist jedoch eine Gingivitis mit Schwellung vorhanden, fehlt diese Festigkeit und so kann sich auch Zahnstein unterm Zahnfleisch anlagern. Wird dieser nicht regelmäßig vom Fachpersonal durch eine Professionelle Zahnreinigung entfernt, weitet sich dieser Zahnstein, welcher unterm Zahnfleisch als Konkrement bezeichnet wird, aus. Die Zahnfleischtasche ist der ideale Lebensraum für Bakterien. Die Giftstoffe aus dem Bakterienstoffwechsel gehen ins Zahnfleisch über. Dort wird eine Reaktion der körpereigenen Abwehr ausgelöst. Der Verlauf und Schweregrad einer Parodontitis werden vor allem von der Art und der Menge der auslösenden Bakterien bestimmt. Außerdem spielen die Abwehrkräfte des Patienten auch eine wichtige Rolle. Je aggressiver die Bakterien und je schwächer die Abwehrlage des Körpers ist, desto früher und stärker tritt die Krankheit auf. Die Infektionsabwehr kann durch äußere Faktoren nachhaltig geschwächt werden, z. B. Rauchen. Zudem erkranken Raucher 7mal häufiger an einer Zahnbetterkrankung als Nichtraucher. Auch die Einnahme verschiedener Medikamente oder die Erkrankungen an z. B. Diabetes oder Osteoporose können das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, erhöhen. Wird diese jedoch nicht frühzeitig behandelt, wird der Kieferknochen abgebaut und eine krankhafte Zahnfleischtasche entsteht. Ab einer Tiefe von 3,5mm ist diese nach Kassenrichtlinien behandelbar, wofür auch die Krankenkasse die Kosten trägt. Die sogenannte Zahnfleisch- bzw. Parodontitisbehandlung.
 
Was kann ich selber tun, um eine Prodontitis zu vermeiden?
Als erstes ist eine optimale, mindestens zweimal tägliche Mundhygiene über 3 Minuten erforderlich. Da man mit der normalen Zahnbürste (sei es eine Handzahnbürste oder eine elektrische Zahnbürste) nicht in die Zahnzwischenräume kommt ist es von enormer Wichtigkeit, diese einmal täglich anderen Hilfsmitteln zu säubern. Das wären beispielsweise Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen oder ähnliches. Nicht für jeden Patienten ist das gleiche Hilfsmittel erforderlich. Es muss immer individuell entschieden werden, was für wen das Beste ist. Diese Beratung ist immer Bestandteil einer Professionellen Zahnreinigung, auch „Prophylaxe“ genannt. Das Wort Prophylaxe heißt nichts anderes als „Vorbeugung“. Also Vorbeugung vor Karies und Zahnfleischerkrankungen. Daher sollte man eine Professionelle Zahnreinigung im Normalfall ein- bis zweimal jährlich durchführen lassen. In Ausnahmefällen auch öfter, was aber immer individuell entschieden werden muss. Die Kosten dafür trägt der Patient selbst, jedoch bezuschussen manche Krankenkassen bereits einen kleinen Betrag. Auch das Rauchen sollte der Gesundheit und des Zahnfleisches zuliebe eingestellt werden.
 
Welche Folgen kann eine unbehandelte Parodontitis haben?
Wird eine Parodontitis nicht behandelt, kann der Kieferknochen abgebaut werden. Die Folge ist Zahnlockerung und Zahnverlust. Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust mit all seinen Konsequenzen. Weitere Folgen einer unbehandelten Parodontitis können erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft sein (z. B. Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht), sowie ein erhöhtes Risiko für Herz- / Kreislauferkrankungen, Diabetes und Osteoporose.
 
Wie wird eine Parodontitis behandelt?
Eine Prodontitis- bzw. Zahnfleischbehandlung ist eine Kassenleistung, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Diese sind unter anderem, dass die Taschentiefe mindestens 3,5mm beträgt und zuvor eine Professionelle Zahnreinigung als Vorbehandlung durchgeführt wird. Des weiteren müssen die Zahnfleischtaschen jedes Zahnes an mindestens 4 Messstellen mittels stumpfer Messsonde ausgemessen werden und in ein vorgefertigtes Formular für die Krankenkasse übertragen werden.
Wenn von der Kasse die Genehmigung vorliegt, kann mit der Behandlung begonnen werden. Aufgrund der örtlichen Betäubung wird in zwei Terminen immer seitenweise gearbeitet. Als erstes werden die harten Ablagerungen unterm Zahnfleisch (Konkremente) mit einem Schall- oder Ultraschallgerät entfernt. Danach werden die schwer zugänglichen Stellen wie Zwischenräume und Einziehungen mit Handinstrumenten bearbeitet. Der nächste Schritt ist eine Spülung der Zahnfleischtaschen mit desinfizierenden Lösungen und die Politur der Zahnoberflächen. Danach wird noch ein Medikament in die Zahnfleischtaschen zur Bakterienreduktion und schnelleren Heilung eingebracht. Zum Schluss erfolgt noch die lokale Fluoridierung der Zähne um eventuellen Überempfindlichkeiten vorzubeugen. Auch wird dem Patienten nochmals erklärt, welche Hilfsmittel zur optimalen Reinigung während und nach der Behandlung für ihn am geeignetsten sind. Nach etwa einer Woche wird noch einmal der Behandlungserfolg und die Mitarbeit des Patienten kontrolliert.
 
Nach einer Parodontitisbehandlung
Durch die Zahnfleischbehandlung wurden die Ablagerungen auf Wurzel- und Zahnoberflächen entfernt. Somit auch die bakteriellen Beläge von den Wurzeloberflächen und den Zahnfleischtaschen. Dadurch verringert sich die Bakterienmenge und die Entzündung geht zurück. Das Zahnfleisch kann so wieder besser am Zahn haften, es ist wieder straffer. Die Zahnfleischtasche verschwindet leider nicht, auch der verloren gegangene Knochen kann nicht wieder hergestellt werden. Aber durch das straff anliegende Zahnfleisch können neue Beläge nicht wieder so leicht unter das Zahnfleisch rutschen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine optimale Mundhygiene. Auch die halbjährliche Professionelle Zahnreinigung die nun zur Erhaltungstherapie durchgeführt werden sollte ist von enormer Wichtigkeit. In Ausnahmefällen oder besonders schweren Fällen der Erkrankung kann es auch sein, dass der Intervall noch kürzer anberaumt werden muss. Wenn dies so erfolgt ist man auf einem guten Weg, die Erkrankung zum Stillstand zu bringen oder zumindest sehr zu verlangsamen. Leider gibt es aber auch Parodontitisfälle, die trotz der Behandlung nicht ausheilen. Bei mehr als 90% der Fälle handelt es sich um Raucher. Diese Risikogruppe spricht leider auch schlechter auf die Behandlung an als Nichtraucher.
 

Was unsere Patienten über uns berichten

"Ich war Ende des Jahres zum ersten mal in der Praxis von Herrn Dr. Czeike.
Die Wartezeiten sind äußerst kurz und mir wurde alles bestens erklärt und es wird auf alle Fragen der Patienten eingegangen.
Ich für meinen Teil werde dort Patientin bleiben und kann die Praxis nur weiterempfehlen."

 

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